Travel-Hacking: Das kleine 1×1 des Fuel Dumpings

0
409
Fuel Dump
von Reedy (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Viele Error Fares entstehen dadurch, dass es bei der Berechnung des Treibstoffzuschlags zu Problemen kommt, und dadurch Teile, oder sogar der gesamte Zuschlag entfallen. Bei einem interkontinentalen Flug kann das leicht mehrere hundert Euro Ersparnis bedeuten. In diesem Fall spricht man dann auch von einem Fuel Dump, was von dem englischen Begriff für das Treibstoff ablassen im Flug abgeleitet ist.

Mit viel Erfahrung, Sitzfleisch und Übung ist es möglich solche Fehler zu provozieren, und sich somit gewissermaßen seinen persönlichen kleinen Error Fare zu stricken. Da die hierzu verwendeten Techniken jedoch sofort nutzlos werden (würden), sobald sie einer breiten Masse bekannt sind, geht selbst ein Artikel wie dieser hier vielen Eingeweihten wahrscheinlich bereits zu weit. Ich selber bin ebenfalls der Meinung, dass man diese Informationen schützen muss, möchte ernsthaft interessierten Einsteigern jedoch die Möglichkeit bieten sich zumindest über die Grundlagen zu informieren. Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass die Nutzung eines gedumpten Tickets durchaus riskant, und in erster Linie für erfahrenere Nutzer geeignet ist. Natürlich gelten ebenfalls wieder die klassischen Verhaltensregeln bei der Buchung eines Error Fares.

Der (Third) Strike

Ein Fuel Dump lässt sich in der Theorie auf vielerlei Art und Weise provozieren, und manchmal reicht es einen einfachen oder doppelten Gabelflug zu buchen um bereits recht zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen. Weitaus verbreiteter und effektiver ist jedoch die Verwendung sogenannter strikes, welche im Prinzip nichts anderes sind als zum eigentlichen Ticket hinzugebuchte Flugstrecken. Unterschieden wird hierbei zwischen first strikes (1X), second strikes (2X), third strikes (3X), und so weiter.

Ein fiktives Beispiel:

Ich möchte von Frankfurt (FRA) nach New York (JFK) fliegen und habe folgenden Flugplan,

  • Tag 1: FRA – JFK
  • Tag 7: JFK – FRA jeweils mit Lufthansa direkt

und würde zusätzlich noch an Tag 9 einen Flug von Mailand nach Rom auf dem gleichen Ticket buchen, so wäre dies ein third strike, da sich der strike an dritter Stelle befindet.

Ein reales Beispiel:

Im obigen Beispiel brachte der (hier unkenntlich gemachte) third strike ca. 550 USD Ersparnis, war aber für mich zeitlich leider nicht nutzbar. United Airlines eignet sich übrigens heutzutage nicht mehr zum Dumpen, da die Fluggesellschaft den Treibstoffzuschlag gänzlich abgeschafft hat und nun stattdessen einen höheren Ticketpreis verlangt.

Ein weiterer Vorteil eines third strikes gegenüber einem first oder second strike ist zudem einfachere Nutzbarkeit. Da es bei eigentlich fast allen Flugesellschaften nicht gestattet ist einen Teil seiner Reise verfallen zu lassen, müsste man bei einem 1X oder 2X diesen auch wirklich fliegen, um nicht den Anspruch auf den eigentlichen Flug zu verlieren. Dies kann sich bei den oftmals weit entfernt liegenden Destinationen durchaus schwierig gestalten.

Jedoch gibt es auch Nachteile: so sind third strikes meist seltener, und auch bei weitem nicht so effektiv wie beispielsweise first strikes. Hat man also die Möglichkeit einen 1X auch wirklich zu fliegen, kann dieser durchaus lohnenswert sein.

Wie findet man einen Strike?

Nachdem nun hoffentlich das grobe Grundprinzip klar sein sollte, stellt sich die Frage nach dem wie. Ab hier wird es komplexer, und vor allem auch mühsamer, denn einen Strike verraten wird dir vermutlich kaum einer so einfach. Übrig bleibt nur das klassische Trial and Error Prinzip.

Ein paar Tipps habe ich dennoch für dich:

Bevor du blind anfängst irgendwelche Flugkombinationen auszuprobieren solltest du einen passenden Flug auswählen, den du dumpen möchtest. Dieser sollte sich durch einen möglichst geringen base fare, und einen gleichzeitig relativ hohen Treibstoffzuschlag auszeichnen. Die genaue Zusammensetzung des Flugpreises findest du beispielsweise in der ITA Matrix – den Zuschlag unter dem Kürzel YQ oder YR.

Ist dies gegeben muss der entsprechende Flug zudem kombinierbar sein, was du in den Fare Rules (ebenfalls ITA Matrix) als END-ON-END COMBINATIONS PERMITTED findest.

Wenn all das stimmt kannst du mit der Suche nach einem geeigneten Strike beginnen. Da du diesen ebenfalls bezahlen musst, sollte er natürlich möglichst günstig sein. Insofern macht es wenig Sinn einen gewünschten Flug mit einem Flug von Dubai nach Los Angeles, der für sich genommen bereits einige hundert Euro kostet, dumpen zu wollen. Die Suche mag zunächst mühsam sein, und die ersten Stunden, vielleicht sogar Tage wird sich kein echtes Erfolgserlebnis einstellen. Wenn du jedoch am Ball bleibst, und immer genau verfolgst welchen Einfluss die von dir gewählte Kombination auf den Flugpreis hat, wirst du früher oder später das erste Mal erfolgreich sein, und mit mehr Erfahrung immer bessere Ergebnisse erzielen.

TEILEN
Vorheriger ArtikelWie bucht man einen Error Fare?
Nächster ArtikelReiseempfehlung: Georgien

Hallo, ich bin Paul und der Gründer von Travel-Radar. Ich Interesse mich seit ich ein kleiner Junge war intensiv für die Luftfahrt und versuche jede freie Minute auf Reisen zu verbringen. Ich hoffe ich kann euch einen Teil meines angeeigneten Wissens weitergeben.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here